Ursprünglich wollte ich von Spotify wechseln wegen 3 Punkten:
- Artists werden schlecht bezahlt - Obwohl Spotify Premium viel Geld kostet, bekommen Künstlerinnen und Künstler im Vergleich zu anderen Plattformen die wenigsten Einnahmen pro Stream. Gleichzeitig zahlen kleine Künstler Geld, um Ihre Songs auf Spotify hochzuladen. (Videoempfehlung: Benn Jordan - “Why Spotify Will Ultimately Fail”) Und wer Profitiert dann?
- Waffen-Investments - Der CEO von Spotify hat mit seinem Geld in KI-Waffentechnologie investiert (Quelle: DJ Mag - “Spotify’s Daniel Ek leads €600 million investment in AI military defence company ”). Das möchte ich nicht unterstützen.
- Audio Qualität und UX - Spotify ist der letzte große Musikstreamingdienst, der noch kein Verlustfreies Audio anbietet (Stand August 2025). Auch finde ich persönlich die UX von Spotify nicht besonders gut.
Tidal
Ich habe mich dann für Tidal als Alternative entschlossen, zum einen weil Tidal seine Artists am besten bezahlt, und ich gehört habe dass der Tidal-Empfehlungsalgorithmus nahe an den von Spotify herankommt. Apple Music ist es leider nicht geworden, weil hier die Angst zu groß war, dass Apple Music nur im Apple-Ecosystem gut funktionieren würde.
Nach einem Monat ausprobieren habe ich folgende Kritikpunkte an Tidal:
- Kein nativer Linux-Client - Ich nutze auf meinem Laptop Linux. Tidal hat bisher keinen offiziellen Client für Linux veröffentlicht, weshalb ich eine unoffizielle Version nutzen musste.
- Lange Ladezeiten - Obwohl ich in den Einstellungen angegeben habe, dass mit Mobilen Daten nur Audio in niedriger Qualität gestreamt werden soll, musste ich oftmals mehrere Sekunden warten bis ein Track lädt. Teilweise passiert das Laden auch in der Mitte der Songs, was extra nervig ist. Auch die Benutzeroberfläche braucht lange um zu laden.
- Kein Gapless Playback - Dieser Punkt hat mich sehr überrascht, weil ich davon ausgegangen bin, dass Gapless Playback mittlerweile Standard ist. Weder auf dem Desktop Client, noch in der App auf dem Handy hat Gapless Playback funktioniert. Es gab immer eine kleine aber dennoch hörbare Pause zwischen Liedern. Das ist besonders frustrierend bei zusammenhängenden Alben.
- Keine Unterordner und keine Benutzerdefinierte Playlist Sortierung - Im Gegensatz zu Spotify können in Tidal keine Unterordner erstellt werden. Auch die Sortierung der Playlists kann nicht angepasst werden. So können z.B. keine Playlists oben “angeheftet” werden.
- Keine Podcasts - Tidal bietet leider gar keine Podcasts an.
- Der Soziale Aspekt - Hier liegt Spotify einfach vorne, weil die Mehrheit an Menschen immernoch Spotify nutzen. Auf Partys können Jams erstellt werden, wo jeder Lieder zur Warteschlange hinzufügen kann. Gemeinsame Playlists können organisiert werden um zusammen Musik zu speichern. Und ein Punkt den ich bisher völlig übersehen hatte: Viele öffentliche Playlists gibt es einfach nur auf Spotify. Beispielsweise war ich letztens auf dem Highfield Festival. Und die offizielle Playlist zum Festival gibt es eben nur auf Spotify und nirgendswo anders.
Fazit
All diese Punkte haben mich schlussendlich dazu bewegt, doch wieder zu Spotify zurückzukehren. Ich hoffe, dass diese Punkte bald verbessert werden. Ansonsten schließe ich nicht aus, auch mal die anderen Alternativen Apple Music oder Deezer auszuprobieren.
